Aktuell:
Stadtbetrieb-Fusion: UWG fordert
Anhörung
Das Thema Fusion der
Bauhöfe von Hemer und Iserlohn stand im Mittelpunkt der Beratungen der
UWG-Fraktion am Montagabend. Von der Verwaltung wurde zur Begründung der
Sinnhaftigkeit einer solchen Zusammenlegung ein Gutachten vorgelegt, das
allerdings in einigen wesentlichen Punkten nur sehr vage formuliert ist
und Prognosen und Begründungen enthält, die in dieser Form für die UWG
nicht immer nachvollziehbar sind. So ist es z. B. ungewiss, ob und wann
die prognostizierten Finanzvorteile für Hemer in Höhe von ca. 100.000
Euro (aus leidvoller Erfahrung sei hier das
ungünstigste Szenario angenommen) erreicht werden. Ebenso
wenig ist geprüft worden, ob dieses Einsparpotential auf längere
Zeit nicht auch in Hemer erreicht werden kann. Äußerst kritisch sieht
die UWG auch die Vorgaben, die es der Hemeraner Bauhofleitung verbieten,
eine detaillierte Stellungnahme zu der angestrebten Fusion aus ihrer
Sicht abzugeben; man könnte hier einen "Maulkorberlass"
vermuten.
Ein wesentlicher
Grundsatz bei einem Meinungsbildungsprozess ist es,
- wie schon bei den alten Römern üblich
- auch die andere Seite zu hören. Aus diesem
Grunde war es für die Diskussion von großem Nutzen, dass der ehemalige
Baubetriebshofleiter Günter Schmidt zu Gast bei der Fraktion war. Auch
einige Mitglieder der SPD-Fraktion - unter ihnen
der stellvertretende BM Bernhard Camminadi - waren
gekommen, um sich über die Argumente pro und kontra Fusion aus der Sicht
von Herrn Schmidt zu informieren, der immerhin auf eine 23-jährige
Erfahrung als Betriebsleiter des Bauhofes zurückblicken kann.
Die Politiker
erfuhren von ihm zu ihrer Verwunderung, dass in das im Gutachten als
"marode" dargestellte Betriebsgebäude in den letzten 10 Jahren
erhebliche Finanzmittel zur Sanierung geflossen sind, zuletzt im Jahre
2008 . Dass das Gebäude nicht so schlecht sein kann wie behauptet wird,
zeigt sich nach Ansicht von Herrn Schmidt auch darin, dass der Bauhof
immerhin eine Jahresmiete von mehr als 200.000 Euro
an ZIM zu zahlen hat, was bei einer "Bruchbude" sicherlich unter
Mietwucher laufen würde. Sanierungsbedarf sieht Herr Schmidt im
Wesentlichen im Sanitärbereich; hierfür sollten allerdings höchstens
500.000 Euro erforderlich sein, die seiner
Meinung nach vom Bauhof auch unter Hemeraner Regie erwirtschaftet werden
könnten.
Argumente, die für
eine Eigenständigkeit des Hemeraner Bauhofes sprechen, sind sicherlich
die Tatsache, dass der Hemeraner Fuhrpark erheblich moderner als der
Iserlohner ist, und die besseren Kennzahlen für Hemer in Bezug auf die
erbrachten Leistungen. Vergleicht man z. B. die Leistungen beim
Winterdienst, so kann man durchaus nachvollziehen, dass gewisse Zweifel
bestehen, ob das gewohnte Niveau auch von einem fusionierten Betrieb
gehalten werden kann.
Beim Verbleib als
Eigenbetrieb der Stadt Hemer wird vonseiten der Politik erwartet, dass
der Bauhof weitere Einsparpotentiale ausweist. Herr Schmidt sieht
Möglichkeiten im Bereich der kaufmännischen Leitung und der internen
Rechnungsabwicklung, beim Einsatz des Spülwagens sowie im restlichen
Fuhrpark und insbesondere beim Einsatz des Bauhofes im Sauerlandpark,
ohne dabei neues Personal einzustellen.
Als Fazit dieser
Diskussion beabsichtigt die UWG zusammen mit der SPD und der GAH im Rat
einen Antrag einzubringen, in dem vor dem Beschluss für oder gegen die
Fusion die Bauhofleitung aufgefordert wird, aus ihrer Sicht zu der
geplanten Zusammenlegung Stellung zu nehmen. Dabei soll dargestellt
werden, ob auch bei einem weiteren Betrieb unter Hemeraner Leitung die
im Gutachten versprochenen finanziellen Verbesserungen einschließlich
der notwendigen Renovierungen erreicht werden können oder nicht.
(Pressemitteilung: Klaus Schreiber, 23.03.11)
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